Die Blüte Tokios

Die verschiedenen Kulturen Eurasiens könnten unterschiedlicher nicht sein, daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die eines mitteleuropäischen Landes mit der eines ostasiatischen Gefildes stark differieren. Das in den semiariden Subtropen an der Küste liegende renommierte Königreich der aufgehenden Sonne gilt als einer der wichtigsten Handels- und Wirtschaftsknoten des Kontinents und ist ebenfalls ein beliebtes Reiseziel nicht nur europäischer, sondern auch amerikanischer oder westasiatischer Völker, die den langen Weg von einem Kontinent zu einem völlig anderen auf sich nehmen, um die Blüte dieses Landes in all ihrer Pracht zu genießen. Die Rede ist von Japan, genauer gesagt von Tokio, der japanischen Hauptstadt des asiatischen Inselstaats und gleichzeitig einer der größten und bevölkerungsdichtesten Städte dieser Welt.

Der extreme Tourismus, besonders im Sommer oder in Ferientagen, ist dem japanischen Volk nicht fremd oder unangenehm. Abgesehen vom wirtschaftlichen Vorteil, den das asiatische Kulturzentrum durch ihre überaus angenehme Gastfreundschaft gewinnt, sind auch die Bewohner sehr froh neue Gesichter in ihrem Land zu beobachten. Nicht weiter verwunderlich ist demnach das breite Spektrum an unterschiedlichen Unterkünften wie Hotels oder Gasthäuser. Viele japanische Familien besitzen ebenfalls Gästezimmer und bieten eben diese für diesen Zweck in den Ferien an. Die Japaner sind sehr höflich und zuvorkommend und sind demnach das asiatische Pendant zu den Briten in Europa. Sie bedanken sich mehrmals am Tag zu alltäglichen Trivialitäten, verbeugen sich vor ihren Gästen und erweisen Fremden den gebührenden Respekt.

Weitere kulturelle Differenzen spiegeln die kulinarischen Traditionen der Pazifikbewohner wider. Die Essgewohnheiten der Japaner sind vor allem Europäer sehr fremd, sind diese doch das Konsumieren mit dem vertrauten Essbesteck bestehend aus Gabel und Messer gewohnt. Die Bewohner Tokios verwenden für ihre Speisen sogenannte Essstäbchen, diese können jedoch bei Suppen jederzeit durch übliche Löffel ersetzt werden. Außerdem besitzen die Japaner strenge Tischsitten, die mit den europäischen Manieren in Restaurants nicht zu vergleichen sind. Erfahrungsgemäß ist es unmöglich für Neulinge in Japan die Regeln am Essenstisch zufriedenstellend zu erfüllen, aber Übung mach selbstredend den Meister.

Die Religion ist eine weitere wichtige Abweichung zu den restlichen Völkern der Nordhalbkugel. Bereits seit Jahrhunderten hat sich gezeigt, dass in der asiatischen Welt mehrere verschiedene und sogar gegensätzliche Glaubensformen koexistieren können. Die Japaner sind ein sehr religiöses Volk und achten sowohl ihre als auch die Religion ihrer Mitmenschen oder die der Fremden. Dabei ist es durchaus üblich, dass zwei oder mehrere unterschiedliche Religionen an ein und denselben Ort praktiziert werden. Daher wurden in Tokio sehr viele Schreine und Tempel errichtet, um den Bedarf an Glaubenspraktiken zu stillen. Wie bei den Essgewohnheiten sind auch die Regeln innerhalb dieser heiligen Orte sehr streng. Der japanische Kalender bietet ebenfalls viele religiöse Feiertage.

Alles in allem ist Tokio eine sehr wundersame und kulturell interessante Stadt und auf jeden Fall eine Reise in den asiatischen Kontinent wert.